Arbeitsrechthaberei Team

Arbeitsrechthaberei Team

author

15. Januar 2024


Kündigungsschreiben Arbeitnehmer: Vorlage und Tipps

Kündigungsschreiben Arbeitnehmer: Vorlage und Tipps

Kündigungen sind ein wesentlicher Bestandteil des Arbeitslebens und markieren das Ende eines Arbeitsverhältnisses. Um Unklarheiten und rechtliche Probleme zu vermeiden, müssen sie daher sorgfältig formuliert werden.
In diesem Artikel erfahren Sie was ein Kündigungsschreiben ist, welche Elemente es enthalten sollte und wie man es korrekt aufsetzt. Achtung: die gesetzlichen Anforderungen variieren selbstverständlich von Land zu Land. Während viele der Tipps im folgenden Artikel universell anwendbar sind, orientiert sich dieser Artikel hauptsächlich an deutschem Recht.

Was ist ein Kündigungsschreiben und warum wird es benötigt?

Ein Kündigungsschreiben ist ein rechtliches, formelles Dokument, welches das Ende eines Arbeitsverhältnisses erklärt und jegliche damit verbundenen Schritte definiert. Dabei ist es essenziell das Schreiben rechtzeitig aufzusetzen und dem/der Arbeitgeber:in zukommen zu lassen, um die gesetzlichen (bzw. vertraglichen) Kündigungsfristen einzuhalten.

Für einen klaren und professionellen Abschluss des Arbeitsverhältnisses ist ein korrekt formuliertes Kündigungsschreiben unerlässlich. Eine mündliche Kündigung allein ist nicht gültig und wäre ohnehin nicht zu empfehlen, um Missverständnisse und rechtliche Probleme zu vermeiden. Darüber hinaus hinterlässt ein ordentlich formuliertes und respektvolles Kündigungsschreiben, das rechtzeitig eingereicht wird, auch einen guten Eindruck beim Arbeitgeber, was sich positiv auf zukünftige Referenzen auswirken kann. Es gibt außerdem dem/der Arbeitgeber:in die Möglichkeit sich auf die anstehende Veränderung im Team vorzubereiten und einzuleiten.

Wie bereiten Sie ein Kündigungsschreiben vor?

Bevor Sie anfangen ein Kündigungsschreiben zu formulieren, sollten Sie Ihren Arbeitsvertrag auf spezifische Richtlinien und Regelungen bezüglich der Kündigung überprüfen. Die Kündigungsfrist beträgt laut deutschem Gesetz mindestens vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats, aber kann je nach Arbeitsvertrag auch länger sein. Oft gelten gerade bei langfristigen Arbeitsverhältnissen eine Kündigungsfrist von 3 Monaten. Darüber hinaus sollten Sie sich Gedanken zum Grund für Ihre Kündigung machen. Meistens wird dieser zwar nicht benötigt, aber z.B. für eine fristlose, außerordentliche Kündigung bedarf es eines „wichtigen Grundes“, der es dem/der Arbeitnehmer:in unzumutbar macht das Arbeitsverhältnis fortzusetzen.

Welche Elemente sollte ein Kündigungsschreiben enthalten?

Selbstverständlich muss Ihr Kündigungsschreiben ihre persönlichen Daten, wie Name, Adresse und möglicherweise die unternehmensinterne Mitarbeiter-ID enthalten. Darüber hinaus sollte auch der Name und die Anschrift des/der Arbeitgeber:in nicht fehlen. Außerdem müssen Sie das genaue Datum festlegen, an dem das Arbeitsverhältnis enden soll (oft zum Ende oder der Mitte eines Monats). Ein Kündigungsgrund kann beigefügt werden, was im Falle einer „normalen“, ordentlichen Kündigung allerdings nicht zwingen notwendig ist. Um sicher zu gehen, ist es ebenfalls ratsam die Personalabteilung um eine schriftliche Kündigungsbestätigung zu bitten. Nachdem Sie Ihr Schreiben ausformuliert haben, ist zum Schluss ihre Unterschrift erforderlich, um es rechtskräftig zu machen.

Tipps für ein wirksames Kündigungsschreiben ohne Fehler

Sie sollten unbedingt unklare und mehrdeutige Aussagen vermeiden, um möglichst wenig Interpretationsspielraum zu lassen. Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass wirklich alle erforderlichen Daten aufgelistet sind und sie die Bedingungen Ihres Vertrages beachten. Wenn Sie Ihre händische Unterschrift auf das Schreiben setzen, sollten Sie keine Initialen und Kürzel, sondern stets Ihre volle Unterschrift verwenden.

Egal aus welchem Grund Sie auch kündigen mögen, ist es darüber hinaus stark zu empfehlen professionell zu bleiben und einen höflichen Umgang zu wahren.

Absendung und nächste Schritte

Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses muss nach deutschem Recht in Schriftform erfolgen. Deshalb sollten Sie Ihre Kündigung per Post verschicken, oder persönliche abgeben und nach einer (schriftlichen) Eingangsbestätigung verlangen. Eine Kündigung über elektronische Wege, wie E-Mail oder Chat sind nicht möglich.

Vorlage / Beispiel

“[Details zum Arbeitnehmer]                                                                                                            [Datum]

 

[Details zur Arbeitgeberfirma]

 

Kündigung des Arbeitsverhältnisses

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hiermit kündige ich das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis fristgerecht und ordentlich zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Nach meiner Berechnung ist dies der dd/mm/yyyy.

Bitte bestätigen Sie mir binnen 14 Tagen den Erhalt der Kündigung sowie den Kündigungstermin schriftlich.

(Darüber hinaus bitte ich Sie um die Ausstellung eines berufsfördernden Arbeitszeugnisses.)

Ich bedanke mich recht herzlich für die gute Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen,

[Unterschrift]

[NameArbeitnehmer]”

Fazit

Wenn Sie bei der Formulierung Ihres Kündigungsschreibens Acht geben, können Sie spätere Rechtsstreitigkeiten oder Missverständnisse im Keim ersticken. Stellen Sie also sicher alle Formalien zu beachten, sich über die Gründe Ihrer Kündigung im Klaren zu sein und das Schreiben rechtzeitig einzureichen. Für einen schnellen Überblick und Antworten zu häufigen Problemen können Sie auch in unser FAQs schauen.

Häufig gestellte Fragen auf einen Blick (FAQ)

Wie muss ich die Kündigung einreichen?

Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und händisch unterschrieben werden. Eine E-Mail oder ein Anruf sind nicht genügend! Idealerweise sendet man sie dem Arbeitgeber per Post zu.

Wie lang ist die Kündigungsfrist, die ich beachten muss?

Die Kündigungsfrist beträgt laut deutschem Gesetz mindestens vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats, aber kann je nach Regelung im Arbeitsvertrag auch länger sein.

Warum sollte ich auch im Kündigungsschreiben unbedingt einen guten Eindruck beim Arbeitgeber hinterlassen?

Auch wenn Sie in Zukunft nicht mehr bei diesem Arbeitgeber beschäftigt sein werden, kann es dennoch hilfreich sein gute Beziehungen zu diesem zu wahren. Dies könnte Ihnen helfen positive Referenzen zu erhalten oder für eine reibungslosere Abwicklung Ihrer Kündigung sorgen.

Muss ich einen Kündigungsgrund angeben?

Dies ist nicht zwingend notwendig. Bei fristlosen Kündigungen bedarf es eines „wichtigen Grundes“, der es Ihnen unzumutbar macht das Arbeitsverhältnis fortzusetzen.

Ich möchte meinem Arbeitgeber den Grund nennen, aber habe Angst, dass er den Grund öffentlich verbreitet. Was soll ich tun?

Der Kündigungsgrund ist eine personenbezogene Information und somit durch den Datenschutz abgesichert. Der Arbeitgeber darf diese Information also nicht ohne Weiteres veröffentlichen.

Arbeitsrechthaberei Team15. Januar 20241537 Views |0 comments

Arbeitsrechthaberei Team

#arbeitsrecht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.